Öffne die Client-Liste deines Routers oder starte einen Netzwerk-Scan und gleiche dann jedes verbundene Gerät mit der Hardware ab, die dir tatsächlich gehört. Alles, was übrig bleibt und keins deiner eigenen Handys mit zufälliger MAC-Adresse ist, kommt als unbefugter Nutzer in Frage. Stellt sich einer als echt heraus, ändere dein WLAN-Passwort, um alle auf einen Schlag zu trennen.
Zuerst jedes Gerät im Netzwerk auflisten
Zwei Wege hinein. Melde dich an deinem Router an (meist 192.168.0.1 oder 192.168.1.1) und öffne die DHCP-Client-Liste oder die Seite „Verbundene Geräte". Dort steht alles, was gerade einen Lease hält. Die Router-Ansicht hat aber einen blinden Fleck: Geräte an einem zweiten Access Point oder einem Mesh-Knoten können ihr entgehen, und sie sagt dir selten was ein Gerät ist, über eine MAC-Adresse und vielleicht einen Hostnamen hinaus.
Der zweite Weg ist ein aktiver Scan von einem Rechner im selben Netzwerk. nmap -sn 192.168.1.0/24 durchkämmt das Subnetz und listet die aktiven Hosts. Ein Tool wie DeviceShelf führt denselben Durchlauf aus und identifiziert dann jedes Gerät: den Hersteller aus dem OUI-Präfix der MAC, den Hostnamen über DNS/mDNS/NetBIOS, eine Vermutung zum Betriebssystem und offene Ports. Diese Identifikation macht aus einer Wand von IP-Adressen erst eine Liste, mit der du etwas anfangen kannst.
Jedes Gerät mit deiner eigenen Hardware abgleichen
Jetzt der mühsame, aber entscheidende Teil. Geh durch die Wohnung und zähl: Handys, Laptops, Tablets, den Fernseher, einen Streaming-Stick, die Konsole, den Drucker, den Saugroboter, Smart Plugs, das Thermostat, die Türklingel, Lautsprecher, den Router selbst und alle Repeater. Schreib sie auf und streiche dann jedes einzelne aus dem Scan.
Der MAC-Hersteller ist hier dein bester Anhaltspunkt. Ein Präfix, das zu Amazon führt, ist wahrscheinlich ein Echo oder Fire TV. Espressif oder Tuya bedeutet meist ein billiges Smart-Home-Gerät. Apple, Samsung und Google decken die meisten Handys und Laptops ab. Ordne Hostnamen zu, wo es geht. Sobald du alles zugeordnet hast, was dir gehört, ist der Rest der Eintrag, den du untersuchen solltest.
Schließe dein eigenes Handy aus, bevor du in Panik gerätst
Eine moderne Eigenheit kann einen Eindringling vortäuschen. Handys verwenden pro WLAN standardmäßig eine zufällige MAC-Adresse, und iPhones können ihre mit der Zeit wechseln. Ein Gerät, das unbekannt aussieht, kann also einfach dein eigenes Tablet sein, das eine Hardware-Adresse zeigt, die du noch nie gesehen hast.
Teste es direkt: Schalte an einem verdächtigen Handy das WLAN aus und beobachte, ob der mysteriöse Eintrag verschwindet. Sieh dir auch den Hersteller an. Eine zufällige MAC liest sich oft als „locally administered" oder unbekannter Hersteller statt als sauberer Apple- oder Samsung-Block. Und wenn ein Eintrag nur auftaucht, wenn ein bestimmtes Familienmitglied zu Hause ist, gehört er ihm.
Was tun, wenn wirklich jemand in deinem WLAN ist
Übersteht ein Gerät all das und du bist sicher, dass es nicht deins ist, ist die schnellste Lösung, alle auszusperren und deine eigene Technik wieder hereinzulassen.
- Ändere das WLAN-Passwort. Das wirft sofort jedes Gerät raus, den Eindringling eingeschlossen, und er kann ohne den neuen Schlüssel nicht wieder rein. Verbinde danach deine eigene Hardware neu.
- Wechsle auf WPA3, mindestens aber WPA2-AES. Betreibe niemals WEP oder ein offenes Netzwerk. WPA3 erschwert das Offline-Raten von Passwörtern erheblich.
- Deaktiviere WPS. Seine 8-stellige PIN lässt sich per Brute Force knacken und ist ein bekannter Einstiegspunkt.
- Verschiebe IoT-Geräte in ein Gastnetzwerk. Eine billige Kamera mit schwacher Firmware hat nichts in einem Subnetz mit deinem Laptop verloren.
Das Passwort zu ändern ist der Schritt, der jemanden tatsächlich trennt. Der Rest hält ihn davon ab, zurückzukommen.
Warum eine einmalige Prüfung nicht reicht
Ein manueller Durchlauf erfasst nur, wer in dem Moment verbunden ist, in dem du nachschaust. Über letzte Nacht oder nächste Woche sagt er nichts aus. Jemand, der um 2 Uhr nachts dazukommt und bis zum Morgen wieder weg ist, taucht in einer Prüfung um die Mittagszeit nie auf.
Kontinuierliches Monitoring schließt diese Lücke. Das Netzwerk wird rund um die Uhr überwacht, du bestätigst deine eigenen Geräte einmal, und ein Alarm wird nur ausgelöst, wenn ein wirklich neues auftaucht. DeviceShelf macht das auf dem Desktop, solange dein Rechner läuft, oder mit der Server-Edition rund um die Uhr auf einem Raspberry Pi oder NAS. Diese Dauerüberwachung ist einer der Hauptunterschiede zu einer Handy-App, bei der man zum Aktualisieren ziehen muss. Der Vergleich mit anderen Scannern und der Beitrag zur Fing-Alternative zeigen, wo diese Grenzen verlaufen.
Das Monitoring kannst du im kostenlosen 7-Tage-Test ohne Account in deinem eigenen Netzwerk ausprobieren.