Um alle Geräte im Netzwerk anzuzeigen, gibt es drei Wege: die Geräteliste deines Routers, die Bordmittel deines Rechners (arp -a und Verwandte) oder einen Netzwerkscanner, der das ganze Subnetz abklappert. Die ersten beiden kosten nichts und sind sofort da. Sie zeigen aber nur einen Teil. Erst der Scanner liefert die vollständige Liste mit IP-Adresse, MAC-Adresse, Hersteller und Namen.
1. Die Geräteliste im Router
Tippe die Adresse deines Routers in den Browser, meist 192.168.1.1, 192.168.0.1 oder fritz.box. Nach dem Login gibt es einen Bereich namens „Netzwerk", „Heimnetz", „Verbundene Geräte" oder „DHCP-Clients". Dort steht eine Tabelle mit allem, was der Router gerade mit einer Adresse versorgt: IP, MAC und manchmal ein Name.
Das ist der schnellste Weg, hat aber Lücken. Gastnetz und zweite Access Points fehlen oft, abgemeldete Geräte bleiben tagelang stehen, und die Namen sind häufig leer oder kryptisch („android-3f9a"). Für einen ersten Überblick reicht das. Für „was ist das eigentlich" nicht.
2. Mit Bordmitteln: arp -a auf Mac, Windows und Linux
Jeder Rechner führt eine Tabelle der Geräte, mit denen er zuletzt Kontakt hatte, den ARP-Cache. Die kannst du direkt ansehen:
- Mac:
arp -aim Terminal - Windows:
arp -ain der Eingabeaufforderung, oder in PowerShellGet-NetNeighbor -AddressFamily IPv4 - Linux:
ip neigh
Du bekommst IP-Adressen und die dazugehörigen MAC-Adressen. Der Haken: Es stehen nur Geräte drin, mit denen dein Rechner kürzlich Daten ausgetauscht hat. Der Drucker, der seit Stunden schläft, fehlt.
Damit die Tabelle voll wird, pingst du vorher jede Adresse im Subnetz an. Deine eigene Adresse und die Netzmaske siehst du mit ifconfig en0 (Mac), ipconfig (Windows) oder ip addr (Linux). Bei 192.168.1.23 mit der Maske 255.255.255.0 (auch /24 geschrieben) ist das Subnetz 192.168.1.x; davon gehen die Schleifen unten aus. Steht dort eine andere Maske, ist das Subnetz größer, und die Schleife muss entsprechend mehr Adressen abdecken.
Mac und Linux:
for i in $(seq 1 254); do ping -c 1 192.168.1.$i >/dev/null 2>&1 & done; wait
arp -a
Windows:
for /L %i in (1,1,254) do @ping -n 1 -w 100 192.168.1.%i >nul
arp -a
Danach zeigt arp -a alles, was dein Rechner beim Pingen per ARP erreicht hat. Geräte, die Pings ignorieren (manche Kameras und smarte Steckdosen), tauchen meist trotzdem auf, weil die ARP-Anfrage vor dem Ping kommt. Was schläft oder gerade nicht am Netz hängt, fehlt weiterhin. Für Windows und Linux haben wir die Bordmittel ausführlicher beschrieben: Netzwerk scannen unter Windows und unter Linux. Für den Mac gibt es keinen mitgelieferten grafischen Scanner mehr; neun Alternativen haben wir verglichen.
3. Was die Liste noch nicht sagt
Eine Zeile wie 192.168.1.57 a4:83:e7:2b:19:0c sagt dir nicht, ob das der Fernseher ist oder das Tablet der Kinder. Zwei Hinweise helfen weiter.
Der Hersteller steckt in den ersten drei Blöcken der MAC-Adresse. a4:83:e7 gehört zu Apple. Mit unserer MAC-Adressen-Suche wird aus einer anonymen Zeile „irgendein Apple-Gerät".
Der Hostname ist der zweite. Viele Geräte verraten ihn per mDNS (Bonjour) oder DHCP, etwa Wohnzimmer-TV oder Christofs-MacBook. Auf dem Mac liefert dns-sd -B _services._dns-sd._udp eine Liste der Dienste, die sich im Netz ankündigen.
Beides von Hand für zwanzig Geräte nachzuschlagen dauert länger als der Scan selbst.
4. Ein Netzwerkscanner macht das in einem Durchgang
Ein Scanner pingt das Subnetz, fragt ARP, mDNS und NetBIOS ab, schlägt die Hersteller nach und zeigt am Ende eine Tabelle: IP, MAC, Hersteller, Name, Gerätetyp, offene Ports. Auf der Kommandozeile findet nmap -sn 192.168.1.0/24 die Hosts; für offene Ports braucht es einen zweiten Lauf ohne -sn. Grafische Tools zeigen beides ohne Tipparbeit.
DeviceShelf ist so ein Scanner für Mac, Windows und Linux. Er findet jedes Gerät im LAN und WLAN, benennt es nach Hersteller, Hostname und Typ und merkt sich deine eigenen Namen für den nächsten Scan. Alles läuft lokal, ohne Konto, und es verlässt kein Datensatz deinen Rechner. Wie ein Scan technisch funktioniert und was er im Vergleich zum Router zeigt, steht auf der Seite Netzwerkscanner: jedes Gerät in WLAN und LAN sehen. Welche Tools es sonst gibt, zeigt der Vergleich.
5. IP-Adressen ändern sich, Namen bleiben
Die IP-Adresse eines Geräts vergibt der Router per DHCP, und sie kann sich nach jedem Neustart ändern. Wer den Drucker immer unter derselben Adresse erreichen will, richtet im Router eine DHCP-Reservierung für seine MAC-Adresse ein. Dann bleibt die IP fest, ohne dass am Gerät etwas eingestellt werden muss.
Die MAC-Adresse ist dagegen stabil, mit einer Ausnahme: Handys und Laptops nutzen seit iOS 14, Android 10 und neueren Windows-Versionen pro WLAN eine zufällige MAC-Adresse. Dasselbe Handy kann deshalb nach einem Wechsel als neues, unbekanntes Gerät auftauchen. Warum das so ist und was du dagegen tun kannst, haben wir separat beschrieben.
Deshalb lohnt es sich, gefundene Geräte einmal zu benennen und die Liste zu behalten. Beim nächsten Scan fällt dann nur noch auf, was wirklich neu ist. Falls dabei ein Gerät übrig bleibt, das du nicht zuordnen kannst: So identifizierst du ein unbekanntes Gerät im Netzwerk.
Häufige Fragen
Warum fehlt ein Gerät in der Liste? Es schläft, hängt im Gastnetz oder in einem anderen Subnetz (etwa hinter einem zweiten Router). Ein Scanner, der regelmäßig läuft, erwischt auch Geräte, die nur zeitweise wach sind.
Wie finde ich die IP-Adresse meines Druckers? In der Liste nach dem Hersteller (HP, Brother, Canon, Epson) oder nach einem Hostnamen mit dem Modellnamen suchen. Die meisten Drucker zeigen ihre IP auch im eigenen Menü unter Netzwerk.
Geht das auch vom Handy aus? Ja, DeviceShelf gibt es für iPhone und Android, und die Router-Liste erreichst du von jedem Browser aus. Für den Ping-Trick brauchst du allerdings einen Rechner.